Sonntag, 21. Oktober 2012

" ich bin nicht allein,
  denn eigentlich,
  wartet je-mand ir-gend-wo auf mich.
   - und da ist ein Ort,
   wo ich kei-nen stör'
   eine Art Zu-hause,
                                         wo ich hinge-hör. "

Dienstag, 2. Oktober 2012

Wait for me

Auf den Bus muss ich warten. Auf meine korrigierte Matheklausur muss ich warten. Bis Chorfreizeit und Weihnachten ist muss ich warten. Bis meine Freundin endlich zu Besuch kommt, warte ich. Ich warte in der Schlange im Supermarkt. Sehnsüchtig erwarte ich die Studienfahrt nach England :))) und den Segelkurs am Steinhuder Meer nächstes Jahr. Bis ich achtzehn bin und mein Abi habe ist es noch einige Zeit hin.. was tu ich also: ich warte. All dieses Gewarte hat jedoch einen Sinn oder? Ich warte schließlich auf irgendetwas, von dem ich weiß, dass es passiert. Ich weiß, wie viele Wochen es noch bis Weihnachten sind. Ich weiß, ich werde bald mein Abi haben und bei der Kasse an der Reihe sein. Auch wandern werde ich in England schon in knappen acht Monaten. Irgendwann werde ich damit belohnt, dass ich so lange mehr oder weniger geduldig auf dieses Ereignis gewartet habe. Viel schneller als die eigentliche Wartezeit, ist es dann aber schon wieder vorbei und es bleibt eine kleine neue Erinnerung. Der Preis den man für diese ganze Warterei erhält ist also viel geringer, als man sich vielleicht erhofft hat. Man macht sich viele - meist zu viele - Gedanken während man wartet - wie es wird, wie die Stimmung ist und was man genau erlebt. Läuft alles wie man es erwartet hat oder völlig spontan oder chaotisch? Eines der Preise des Wartens ist vielleicht die Vorfreude. Nur weil ein Ereignis bevorsteht, und es doch noch so lange hin ist, ist man glücklicher als üblich. Meist zahlt sich das Warten aber auch gehörig aus und das doch so kurze Erlebnis macht einen so ungeheuer glücklich, dass es schwer ist, nach vorn zu sehen und auf das Nächste zu warten. Es gibt eigentlich immer etwas, das noch vor einem liegt - etwas auf das man sich wieder freuen kann - Freude, die die Wartezeit verkürzt.
Viel Bevorstehendes kann man jedoch nicht auf ein Datum festlegen. Man weiß genau, dass da eigentlich noch etwas passieren sollte. Es müsste ja nicht. Man hofft zu wissen, was passiert, wie lange es dauert und denkt man wisse, wie man dazu steht.
Der Tod unserer Mieterin ist so etwas. Himmel, ich erwarte ihn nicht - ganz sicher nicht. Eher freue ich mich über jeden weiteren Tag an dem ich weiß, dass sie noch da ist. Aber sicher ist, dass es nicht mehr lange dauern wird. Niemand weiß wann es soweit ist, niemand will das wissen. Aber wenn es passiert, ist es wie hereinbrechender Nebel. Erst sieht man ihn gar nicht, dann kommt das Bewusstsein über seine Anwesenheit, bis er erst dichter wird - man die Hand vor Augen nicht sehen kann - und dann wieder verschwunden ist.
Andersherum ist es wenn man darauf wartet, sich zu verlieben - oder so etwas in der Art. Man hofft, es könnte doch irgendwann geschehen. - Man malt erst alles schwarz, um es am nächsten Tag mit grün und gelb zu überstreichen. Einerseits will jeder ganz unbedingt wissen, wann und wo - und wer, nicht zu vergessen. Doch zum anderen soll es einen überfallen wie ein Sommergewitter. Manchmal vergisst man, sich darauf zu freuen oder den Tag zu verfluchen an dem es wirklich passiert.
         So, I  think, I like to wait for you.
         Would you mind waiting for me?
Greetings. Marie :)